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Kleiner Biss, große Folgen: Krankheiten durch Zecken

Zwischen 30 und 50 Prozent aller Zecken übertragen so genannte Borrelien. An der Borreliose, die diese Bakterien auslösen, sind letztes Jahr geschätzte 80.000 Menschen in Deutschland erkrankt. Früh erkannt, lässt sich gegen Borreliose in vielen Fällen mit Antibiotika etwas ausrichten. Anders bei der zweiten Zecken-Krankheit mit dem Monster-Namen "Frühsommer-Meningoenzephalitis", abgekürzt FSME. Dahinter verbirgt sich eine Hirn- oder Hirnhaut-Entzündung. Diese Virus-Erkrankung, die Zecken vor allem in Süddeutschland übertragen, ist viel, viel seltener als die Borreliose. Dafür ist sie aber auch besonders tückisch. Dabei fängt alles recht harmlos an, im Schnitt eine Woche nach dem Zeckenstich mit grippeartigen Symptomen wie Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Dazu Ekkehard Ruebsam-Simon: "Dann geht das wieder weg, und eine Woche später kommt es, wenn es wirklich schlecht läuft, zu einem ganz hohen Fieberanstieg, bis zu 40 Grad. Und dann kommen die Symptome der Hirnhaut-Entzündung: Lähmungen können auftreten, Nervenschmerzen - das ist schon ein ganz bedrohlicher Gesamtzustand."

Ein Gesamtzustand gegen den ein Arzt im Grunde  überhaupt nichts machen kann. Gegen Viren sind Antibiotika machtlos. Ist die FSME also erst einmal ausgebrochen, können die Patienten eigentlich nur noch hoffen und beten. Dazu Ruebsam-Simon: "Es gibt keine Therapie. Die einzige Möglichkeit, die wir haben, ist deshalb eine Impfung, die so genannte Zeckenschutzimpfung, die einen davor bewahren kann, diese Krankheit zu bekommen. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht."

Zwar überträgt nur ein Bruchteil der Zecken die FSME, nur jeder dritte Infizierte hat überhaupt Symptome, und nur ganz wenige Patienten bekommen das hohe Fieber, Lähmungen und Schlimmeres - aber: sicher verhindern kann das nur die Impfung. Für die es übrigens auch ein Schnellschema gibt. Dazu Ekkehard Ruebsam-Simon: "Sie können praktisch in drei Wochen einen vollen Schutz erreichen. Der ist aber noch nicht so, dass er dann über Jahre hält, sondern der hält maximal ein Jahr. Deshalb muss man nach einem Jahr nochmal eine Impfung draufsetzen, und dann hat man den vollen Schutz für die nächsten drei bis fünf Jahre, und dann geht's weiter wie bei der üblichen Impfung."

Übrigens: Bei Kindern empfiehlt der MEDI-Experte die Impfung grundsätzlich erst ab 6 Jahren. Es sei denn, ein Kind ist besonders oft draußen unterwegs, spielt viel auf Wiesen und im Gebüsch. Dann ist die Impfung auch schon früher sinnvoll und im Extremfall sogar ab dem ersten Lebensjahr möglich.


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© Ärzteverbund MEDI Deutschland / (ots) news aktuell GmbH / Veröffentlicht am 20.02.2008