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Zu wenig Vitamin D erhöht Risiko für Multiple Sklerose

Menschen, die unter Vitamin-D-Mangel leiden und eine bestimmte Genvariante aufweisen, haben offenbar ein erhöhtes Risiko, an Multipler Sklerose (MS) zu erkranken. Schon zu wenig Vitamin D im Mutterleib und in den ersten Lebensjahren könnte die Wahrscheinlichkeit für eine Erkrankung an Multipler Sklerose erhöhen, haben Wissenschaftler jetzt herausgefunden.

Alle Ursachen für Multiple Sklerose sind vermutlich noch nicht abschließend geklärt. Aber man geht davon aus, dass autoimmune Vorgänge, Umwelteinflüsse sowie genetische Faktoren eine Rolle bei dieser chronisch-entzündlichen Nervenerkrankung spielen.

Weltweit kommt diese Erkrankung beim Menschen umso seltener vor, je näher man dem Äquator kommt, und umso häufiger, je nördlicher man wohnt. Studien weisen darauf hin, dass ein entscheidender Ursachenfaktor für die Entstehung von Multipler Sklerose fehlendes Sonnenlicht bzw. die verringerte Produktion von Vitamin D ist. Denn der Aufenthalt in der Sonne bzw. im Freien mit kurzwelliger ultravioletter Strahlung (UV-B Licht) ermöglicht dem Körper, selbst Vitamin D herzustellen. Ansonsten muss das Vitamin über die Nahrung (fettreicher Fisch, Leber, Milch, Eigelb) oder Nahrungsergänzungsmittel (sogenannte Supplemente) aufgenommen werden. Den stärksten genetischen Effekt hat eine Genvariante beim Menschen mit dem Namen DRB1*1501.

Eine aktuelle Studie von britischen und kanadischen Wissenschaftlern der Oxford-University und der University of British Columbia belegt nun eine Verbindung zwischen zu wenig Vitamin D und der genannten Genvariante. Sie haben entdeckt, dass bestimmte Proteine im Körper, die durch Vitamin D aktiviert werden, in der Nähe der Stelle an der DNA binden, die bei der DRB1*1501-Variante verändert ist. Normalerweise werden dadurch Gene angeschaltet, die für bestimmte Körperfunktionen notwendig sind. Bei Menschen mit dieser Genvariante könnte sich daher ein Vitamin-D-Mangel stärker auswirken, indem die Funktion dieses Gens beeinträchtigt wird. Die Forscher vermuten, dass ein Vitamin-D-Mangel bei Müttern oder sogar in der vorhergehenden Generation eine veränderte Funktion dieses Gens bei einem Kind bewirken kann.

Nach Ansicht der Forscher könnte eine zusätzliche Versorgung mit Vitamin D während der Schwangerschaft und in den ersten Lebensjahren des Kindes das Risiko der Entstehung von Multipler Sklerose vermutlich verringern. Weitere Untersuchungen seien jedoch notwendig, um die Zusammenhänge eingehender zu erforschen.

Auch ältere Studien belegen den starken (positiven) Einfluss von Vitamin D auf Multiple Sklerose. In einer 2006 veröffentlichten Studie an der Harvard School of Public Health beispielsweise wurden zahlreiche Blutproben von US-Militärangehörigen genommen und deren spätere Gesundheitsentwicklung beobachtet. Es stellte sich heraus, dass diejenigen, bei denen ein höherer Gehalt an Vitamin D in der Blutprobe nachgewiesen worden war, ein wesentlich geringeres Risiko hatten, später eine Multiple Sklerose zu entwickeln.

Quellen:
Sreeram V. Ramagopalan, Narelle J. Maugeri, Lahiru Handunnetthi, Matthew R. Lincoln, Sarah-Michelle Orton, David A. Dyment, Gabriele C. DeLuca, Blanca M. Herrera, Michael J. Chao, A. Dessa Sadovnick, George C. Ebers, Julian C. Knight, Expression of the Multiple Sclerosis-Associated MHC Class II Allele HLA-DRB1*1501 Is Regulated by Vitamin D, plosgenetics,
www.plosgenetics.org
Berufsverband Deutscher Neurologen e. V. (BDN): Vitamin D und erhöhtes genetisches Risiko für Multiple Sklerose,
www.neurologen-und-psychiater-im-netz.de 
Study Finds Vitamin D May Lower Risk for MS, Dec 19, 2006, auf:
www.nationalmssociety.org/news


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© Deutsches Grüne Kreuz e. V. (DGK) / Veröffentlicht am 15.05.2009