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Neues Medikament unterstützt die Abstinenz Alkoholkranker

Das Feierabend-Bier gehört für viele dazu. Alkohol ist gesellschaftlich akzeptiert und fester Bestandteil geselliger Runden. Aber Vorsicht: Der Übergang vom gelegentlichen Genusstrinker zum Alkoholiker ist fließend. Allein in Deutschland betreiben ca. 4 Mio. Menschen einen schädlichen Alkoholmissbrauch oder sind alkoholabhängig. Eine Heilung ist nicht möglich, das Therapieziel ist eine vollständige, lebenslange Abstinenz ohne Rückfälle. Hilfe dabei gibt es durch eine umfangreiche psychotherapeutische Behandlung und jetzt zusätzlich durch ein neues Medikament mit dem Wirkstoff Naltrexon. Dieses reduziert das subjektive Glücks- und Belohnungsgefühl beim Trinken und fördert so die Abstinenz.

Bevor die Alkoholkrankheit therapiert werden kann, muss der Betroffene sich seine Sucht eingestehen. Dies ist ein schwieriger Schritt, der oft erst erfolgt, wenn der jahrelange Konsum schon zu sozialen Folgeschäden wie Scheidung, Verlust der Arbeit oder gesundheitlichen Problemen geführt hat. Doch ohne den festen Willen des Betroffenen, das Problem anzugehen und die Sucht zu bekämpfen, ist keine Behandlung möglich.

Hat sich der Alkoholabhängige aber entschlossen, eine Therapie zu beginnen, ist der Grundstein gelegt. Es folgt zunächst der Entzug, bei dem der Alkohol abgesetzt wird. Dieses sollte unbedingt unter ärztlicher Aufsicht geschehen, z.B. stationär in einer spezialisierten Klinik für Abhängigkeitserkrankungen. Nach acht bis 14 Tagen ist der Körper entgiftet, es schließt sich die Phase der Alkoholentwöhnung an. Diese Langzeittherapie dauert Monate bis Jahre, mit dem Ziel, die Abstinenz möglichst lebenslang zu erhalten.

Dauerhaft "trocken" zu bleiben, ist für ehemals Alkoholabhängige jedoch eine große Herausforderung und nur mit viel Unterstützung und Selbstdisziplin erreichbar. Denn das Glücks- und Belohnungszentrum ist auf Alkohol fixiert und verbindet positive Erlebnisse und Gefühle eng mit dem Konsum von alkoholischen Getränken. Das hängt damit zusammen, dass die Übertragung vieler Botenstoffe im Gehirn der Betroffenen nicht mehr im Gleichgewicht ist. Hier setzt ein kürzlich neu zugelassenes Medikament an. Der sogenannte Opioid-Antagonist Naltrexon bindet an bestimmte Andockstellen (Rezeptoren) der Nervenzellen im Gehirn und blockiert diese. Dadurch kann das Verlangen nach Alkohol (in der Fachsprache auch "Craving" genannt) vermindert werden und dem Patienten fällt es leichter, nicht rückfällig zu werden und abstinent zu bleiben.
 
In den USA und zahlreichen europäischen Ländern ist der Wirkstoff bereits zur Alkoholrückfallprophylaxe zugelassen. Seit September 2010 können nun auch Alkoholabhängige in Deutschland von einer Behandlung mit Naltrexon profitieren. Weitere Informationen erhalten Alkoholkranke und deren Angehörige in spezialisierten Klinken für Abhängigkeitserkrankungen, entsprechenden Zentren oder bei dem behandelnden Hausarzt.



© antwerpes ag / Veröffentlicht am 10.01.2011