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Hepatitis-B: Impfschutz scheint länger als zehn Jahre anzuhalten

1995 hat die Ständige Impfkommission (STIKO) die Empfehlung ausgesprochen, alle Kinder gegen Hepatitis B zu impfen. Aus gutem Grund, denn je jünger der Patient bei der Infektion ist, desto eher ist ein chronischer Verlauf der Hepatitis B zu befürchten. Nach Jahrzehnten können sich eine Schrumpfleber (Leberzirrhose) oder Leberkrebs entwickeln. Die Chronifizierungsrate liegt bei Säuglingen bei 90 Prozent, bei Erwachsenen zwischen 5 und 10 Prozent.

Gut zehn Jahre nach Einführung der generellen Impfung stellt sich die Frage nach der Dauer des Impfschutzes bei denjenigen Jugendlichen, die im Kindesalter immunisiert wurden. Bislang wird eine Auffrischimpfung nach zehn Jahren nur für Personen empfohlen, die einem besonders hohen Risiko ausgesetzt sind, also zum Beispiel Ärzte und Pflegepersonal.

Erfreulich ist, so die STIKO, dass die Erkrankungszahlen bei den Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen seit Einführung der Impfung deutlich gesunken sind. Hält deren Impfschutz noch weitere Jahre an? Professor Wolfgang Jilg vom Institut für Mikrobiologie und Hygiene an der Universität Regensburg, Wissenschaftlicher Beirat im Deutschen Grünen Kreuz e. V. und Mitglied der STIKO erklärt, dass alle bisher verfügbaren Daten für eine mehr als zehn Jahre anhaltende Schutzwirkung sprechen. Die als Kinder geimpften Jugendlichen sind also geschützt, eine generelle Auffrischimpfung nach zehn Jahren wird daher im Moment nicht empfohlen. Selbstverständlich wird die Situation weiterhin genau überwacht, um nötigenfalls eine Änderung der Empfehlungen aussprechen zu können.

Allerdings sollte ein Jugendlicher nach Ablauf von zehn Jahren selbstverständlich dann noch einmal geimpft werden, wenn ein Risiko neu aufgetreten ist. Zum Beispiel, wenn eine Ausbildung in medizinischen Berufen angestrebt wird oder enger Kontakt zu einem Hepatitis-B-Infizierten besteht. Sicherheitshalber, so empfiehlt die STIKO, sollte der Impferfolg dann auch überprüft werden. Diese Blutuntersuchung ist frühestens vier Wochen nach der Impfung sinnvoll.

Eine vor kurzem veröffentlichte Studie aus Italien zeigte, dass gut 60 Prozent aller als Säuglinge geimpften Kinder nach 10 Jahren noch Antikörper im schützenden Bereich aufwiesen. Eine Auffrischimpfung bei den Kindern, die einen niedrigeren Antikörperspiegel hatten, führte zur Aktivierung des immunologischen Gedächtnisses, B-Lymphozyten produzierten Antikörper und die schützenden Werte waren schnell wieder erreicht. Das immunologische Gedächtnis gewährleistet in diesem Fall zwar nicht den Schutz vor einer Infektion, wohl aber vor der Erkrankung und dem gefürchteten chronischen Verlauf und seinen Folgen.


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© Epidemiologisches Bulletin Nr. 31/2007 / Deutsches Grünes Kreuz e. V. (DGK) / Veröffentlicht am 19.01.2008