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Schweinegrippe-Impfung für Rheumapatienten: Ja oder Nein?

Impfen oder nicht? Das fragen sich viele Rheumapatienten in der letzten Wochen. Denn ob sie zum Kreis der chronisch Kranken zählen, die zuerst geimpft werden müssen, ist nicht festgelegt. Ein Expertengremium der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie hat die Datenlage diskutiert und eine Empfehlung formuliert. Darin befürworten sie die H1N1-Impfung für Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen, deren Krankheit schwer verläuft oder die unter immunsuppressiver Therapie stehen. Immunsuppressiva dämpfen das Immunsystem und machen es anfälliger für Infektionen. Das Arzt-Patienten-Gespräch vor der Impfung bleibt obligatorisch.

Abseits der Debatte über den Sinn der Impfung gegen die bislang mild verlaufende Neue Influenza A steht die Frage, welche Personen ein erhöhtes Risiko für einen schweren Grippeverlauf haben. Sie müssen besonders geschützt werden. In Bezug auf Menschen mit rheumatischen Erkrankungen geht das nicht eindeutig aus den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation und der Ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Instituts hervor. Genannt werden nur Personen mit "erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens". Rheumatische Erkrankungen sind nicht explizit aufgeführt. "Patienten, deren Krankheit schwer verläuft oder die Immunsuppressiva einnehmen, gehören aber generell zur Hochrisikogruppe", sagt Kommissionssprecher Professor Klaus Krüger. Die meisten Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen erhalten diese Medikamente. "Sie sollten geimpft werden", fasst der internistische Rheumatologe aus München die Empfehlung zusammen.

Obwohl die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie die Impfung grundsätzlich befürwortet, bleiben einige Fragen offen, da spezielle Studien mit Rheumapatienten fehlen. Beispielsweise ist noch unklar, wie verträglich die H1N1-Impfung für Patienten mit rheumatischen Erkrankungen sein wird. Denn die Impfung kann ebenso wie die Infektion einen Krankheitsschub auslösen. Ungewiss ist auch, ob die Basismedikamente den Impfschutz beeinträchtigen. "Über die grundsätzliche Empfehlung zur Impfung einerseits, aber auch über den begrenzten Wissensstand andererseits muss jeder Patient aufgeklärt werden", sagt Professor Krüger und verweist damit auf das Arzt-Patienten-Gespräch, das der Impfung stets voraus gehen muss. In Hinblick auf die Immunisierung gegen die Saisonale Grippe empfiehlt die DGRh, die Impfung im Abstand von mindestens einem Tag durchführen zu lassen.


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© Informationsdienst Wissenschaft e.V. / Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V. / Veröffentlicht am 09.10.2009