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Pilzsubstanz könnte neue Waffe gegen hochresistente Keime werden

(dgk) Viele Bakterien sprechen auf Antibiotika nicht mehr an. Vor allem gegen Methicillin-resistente Staphylokokken, sogenannte MRSA-Stämme, ist die Medizin mittlerweile fast machtlos. Plectasin, ein Wirkstoff aus Pilzen und niederen Tieren, könnte nun als schlagkräftige Waffe gegen gefährliche Bakterien eingesetzt werden  zumindest für eine gewisse Zeit. Das hoffen Forscher der Universität Bonn aufgrund ihrer gemeinsamen Forschungsarbeiten mit dänischen und holländischen Kollegen. Bei der Pilzsubstanz Pectasin  handelt sich um ein kleines Eiweißmolekül, das selbst hochresistente Keime zerstören kann.

Das Team um Dr. Tanja Schneider und Professor Dr. Hans-Georg Sahl fand heraus, dass Plectasin die Bildung der Bakterienzellwand stört, sodass sich die Erreger nicht mehr teilen können. Plectasin verhalte sich dabei wie "ein Dieb, der einem Maurer die Steine klaut". Es hefte sich an den Zellwand-Bestandteil Lipid II und verhindere so, dass dieser eingebaut wird. Ohne Zellwand sind Bakterien jedoch nicht lebensfähig.

Einen ähnlichen Effekt hat Penicillin, das wohl bekannteste Antibiotikum: Es behindert ebenfalls die Zellwand-Synthese. Plectasin ähnelt jedoch in seiner Wirkung eher Vancomycin, das seit den 80er-Jahren als Mittel der Wahl gegen MRSA-Stämme galt. Inzwischen sind aber immer mehr Bakterien auch gegen Vancomycin resistent. Es sei jedoch stets nur eine Frage der Zeit, bis die Erreger mutieren und ihnen auch neue Medikamente nichts mehr anhaben können.

Plectasin gehört zu den sogenannten Defensinen; das sind körpereigene Aminosäuren, die vor allem in Tieren und höheren Pflanzen der Abwehr von mikrobiellen Erregern dienen. Der Mensch bildet Defensine auf seiner Haut und erstickt so viele Infektionen bereits im Keim. Defensine töten jedoch nicht nur Krankheitserreger, sondern alarmieren auch das Immunsystem. Daher setzt die Forschung in sie besonders große Hoffnungen.

Quelle: Pressemitteilung der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Institut für Mikrobiologie und Biotechnologie, 27.05.2010, Neue Waffe gegen hochresistente Keime, www.idw-online.de/pages/de/news371440



© (dgk) Deutsches Grünes Kreuz / Veröffentlicht am 30.07.2010