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Ständiger Krach macht schwerhörig

Die meisten Menschen verbinden den Verlust des Gehöres mit dem hohen Alter. Aber auch mehr und mehr junge Leute leiden unter Schwerhörigkeit. In der Altersgruppe der 16- bis 20-Jährigen weist schätzungsweise jeder Fünfte Auffälligkeiten des Hörvermögens auf, teilt der Deutsche Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte mit. "Der Grund dafür ist, dass viele junge Leute durch laute Musik aus mp3-Playern, in Clubs und Konzerten die Sinneszellen des Ohres schädigen", sagt Dr. Johanna Hoffmann, Ärztin im AOK-Bundesverband.

Eine häufige Ursache für einen Gehörverlust bei jungen Menschen ist die Überlastung des Ohres. Durch ständigen Lärm steigt auch das Risiko für Tinnitus, also chronische Ohrgeräusche. "Bereits ein Lärmpegel von 85 Dezibel kann zu Hörschäden führen, wenn man dieser Lautstärke lange Zeit ausgesetzt ist", erläutert AOK-Medizinerin Hoffmann. So laut ist etwa dichter Straßenverkehr. Presslufthammer verursachen etwa 100 Dezibel. In Konzerten und Clubs sind 100 bis 110 Dezibel keine Seltenheit. Die gleiche Lautstärke kann problemlos mit mp3-Playern und Stereoanlagen erzeugt werden.

Dauerbelastung und extremer Lärm sind schädlich


Sowohl kurzzeitige Belastungen durch extreme Schallspitzen als auch eine Dauerbelastung mit Lautstärken von etwa 85 Dezibel können das Gehör schädigen. Bei andauernder Lärmbelastung beginnt der Hörverlust meist schleichend, die Betroffenen bemerken ihn anfangs oft nicht. Dabei tritt zunächst ein Verlust des Hörvermögens für höhere Frequenzen auf. Ein Hörverlust von nur zehn Dezibel bedeutet bereits eine erhebliche Einschränkung der Hörleistung. Andauernde akustische Belastungen bedeuten außerdem Stress für den Körper und können mit erhöhtem Blutdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlafstörungen einhergehen.

Was an den Sinneszellen im Ohr einmal zerstört ist, kann nicht mehr repariert werden. Um Schwerhörigkeit vorzubeugen, sollten die Ohren so selten wie möglich Krach ausgesetzt werden. "Hören Sie zum Beispiel Musik nur in angemessener Lautstärke oder verzichten Sie auf ständige Hintergrundmusik", rät AOK-Ärztin Hoffmann. Wer in Clubs oder zu Konzerten geht, sollte Abstand von den Boxen halten und Gehörschutz tragen. Das ist eine Art Ohrstöpsel, zum Beispiel aus Schaumstoff, den man ins Ohr steckt und der kaum sichtbar ist. Es gibt ihn mit oder ohne Filter. Hörakustiker bieten speziell für Musikliebhaber Gehörschutz mit Filter an. Dieser Filter dämpft alle Tonfrequenzen gleichmäßig und bringt daher unverzerrten, natürlichen Klang.

Erholung für die Ohren


"Nach Perioden lauter Musik sollten Sie Ihren Ohren Ruhepausen gönnen, damit sie sich regenerieren können", sagt Hoffmann. Eine übermäßige Beanspruchung des Organs äußert sich zum Beispiel durch das Gefühl, Watte im Ohr haben. Geht dieses Gefühl mit einer Hörminderung einher, sollten Betroffene zeitnah einen HNO-Arzt aufsuchen. Folgt auf den Club- oder Konzertbesuch eine ausreichend lange lärmfreie Zeit, können sich die beanspruchten Haarzellen im Innenohr regenerieren. Wer seine Ohren allerdings zu häufig Lärm aussetzt, bei dem sterben die Haarzellen im Innenohr nach und nach ab und bilden sich nicht mehr neu.

Sinnvoll ist es, sich die Ohren zuzuhalten, wenn Lärm droht  - etwa durch bremsende Züge, schrille Pfiffe und das Martinshorn von Rettungswagen. Empfehlenswert ist es außerdem, impulsartigen Schall zu meiden, der beispielsweise durch Silvesterknaller und Spielzeugpistolen entsteht. Im Haushalt und Garten sollte man Geräte mit gutem Lärmschutz benutzen.
 
Bei schlechtem Gehör zum Arzt gehen


"Wer dennoch schlecht hört, sollte zum Arzt gehen", empfiehlt Hoffmann. Denn je länger man eine Hörminderung vernachlässigt, umso schlimmer wird sie. Ein Anzeichen für Schwerhörigkeit kann es zum Beispiel sein, wenn man häufig einfache Aussagen missversteht oder oft nachfragen muss. Anhand von Hörprüfungen kann der Mediziner dann untersuchen, woher die Schwerhörigkeit stammt. Falls ein Hörgerät nötig ist, sollte es so früh wie möglich angepasst werden, um die zentralen Leistungen des Gehirns zu trainieren. Denn die Fähigkeit des Gehirns, Sprache zu erkennen, lässt nach, wenn es nicht ständig mit Reizen versorgt wird.


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© AOK Presse / Veröffentlicht am 24.03.2010